14 - 18 Uhr

Tolga & Lory

Christina Aguilera – Liberation

Record Of The Week

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Für das achte Studioalbum von Christina Aguilera könnte es gar keinen passenderen Titel geben als „Liberation”. Denn mit dem neuen Longplayer befreit sich die 37-Jährige vom überzogenen Anspruchsdenken, dem sie sich unablässig ausgesetzt sieht. Das Thema „Erwartungshaltung“ zieht sich dabei nicht nur wie ein roter Faden durch ihre bemerkenswerte Karriere, sondern auch durch ihr ganzes Leben. In ihrer Kindheit hatten sie und ihre Mutter die häusliche Gewalt durch ihren Vater zu ertragen und zu verarbeiten. Später musste sie sich den Beschränkungen entledigen, die ihr das Teenpop-Image eingebrockt hatte, um die kreative Kontrolle über ihren Output zu erlangen. Und der hatte es in sich: ihr Grammy-preisgekröntes Nummer-Eins-Album „Stripped“ erreichte in den USA Vierfach-Platin, das ebenfalls mit einem Grammy ausgezeichnete Album „Back To Basics“ Dreifach-Platin. Und auch in der Gegenwart muss sie sich von jahrelangen Gewohnheiten und Verhaltensmustern frei machen, wenn sie sich z.B. nach ihrer Tätigkeit als „The Voice“-Jurymitglied und als Schauspielerin in diversen Filmen und TV-Shows wieder der Musik zuwenden möchte.

Gleich im ersten Song des Albums „Maria“ kündigt Aguilera ihre Absicht an, „jene Geschichte zu präsentieren, die ich an diesem Punkt meines Lebens erzählen muss“. Die von Kanye West produzierte Nummer beginnt mit der Textzeile „how do you solve a problem like Maria?“, die nicht nur ein cleverer Wink in Richtung der Protagonistin von „Sound Of Music“ ist (der man ob ihrer Flatterhaftigkeit ein Klosterleben voller Entsagungen nicht zutraute), sondern auch ein Augenzwinkern in Richtung Aguileras Image als „schwierige“ Frau mit starkem, eigensinnigem Charakter.

Fünf Milliarden Streams weltweit, 36 Millionen verkaufte Alben, dreißig Hits in den US Billboard Hot 100 (darunter fünf Nummer-Eins-Hits) und sechs Grammy Awards später ist Christina Aguilera nicht mehr in jener entmündigten Position und ihre Selbstbestimmtheit kommt nun auf „Liberation“ voll zum Tragen. Für die Entstehung und die Aufnahmen der Songs holte sie sich eine ganze Reihe hochkarätiger Kollaborations-Partner ins Studio.